Wirtschaftliche Auswirkungen

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Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Lockdowns haben begonnen sich bemerkbar zu machen. Den vollen Umfang werden wir jedoch erst in den kommenden Monaten abschätzen können.

Gemäss Policy Brief des IWF Kiel steht die Weltwirtschaft vor der stärksten Rezession der Nachkriegsgeschichte und für Deutschland wird ein Rückgang von 7% des Bruttoinlandproduktes erwartet.

Seit März ist das Beschäftigungsbarometer auf ein historisches Tief abgesackt; ein Indikator das die Arbeitslosigkeit steigen wird.

Die Konjukturumfrage im April durch das IFO Institut bestätigt, dass viele Unternehmen einen Jobabbau planen. Die Unterschiede zwischen den Branchen wie auch zwischen den Regionen ist jedoch massgeblich.

Der geplante Beschäftigungsabbau scheint mit der Höhe der Corona-Fallzahlen in den Regionen einigermassen einherzugehen und ist demnach in Baden-Württemberg, Bayern, Nordhein-Westfallen und Nordwest-Deutschland besonders ausgeprägt.

Der stärkste Jobabbau ist, erwartungsgemäss in der Gastronomie, Beherbergung, Herstellung von Kraftwagen, Reise- und Sportdienstleistungen vorgesehen.

Im Dienstleistungssektor ist, nicht ganz unerwartet, der grösste Jobabbau zu erwarten. Im verarbeitenden Gewerbe, hat die Krise einen mehrjährig rückläufigen Trend noch verstärkt. Es ist unwahrscheinlich, dass sich die letzteren Jobs in einer künftig verbessernden Konjuktur wiedergewonnen werden. Die Gründe reichen von einer sich beschleunigenden Automatisierung zu einer sich nur schrittweise öffnenden Zulieferungskette.

Trotz dieser warnenden Vorzeichen, gibt es Möglichkeiten die kommende Rezession abzuflachen und zu verkürzen: Dies lässt sich durch eine Stärkung der KMU erzielen.

In einem früheren Blogpost habe ich auf die volkswirtschaftliche Wichtigkeit der kleinen und mittleren Unternehmungen (KMU) hingewiesen. Anbei einige Kennzahlen gemäss IfM:

  • Die KMU erwirtschafteten 2018 mit knapp 2,40 Billionen Euro 34,4% des gesamten Umsatzes in Deutschland (ohne Land-, Forstwirtschaft & Fischerei).
  • Die deutschen KMU hatten im Jahr 2018 rund 17,77 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte, das waren 57,6% aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (ohne Land-, Forstwirtschaft & Fischerei).
  • 81,7% aller Auszubildenden fanden sich Ende 2018 in Betrieben mit weniger als 500 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten (einschliesslich Land-, Forstwirtschaft & Fischerei).
  • Die KMU steuerten im Jahr 2018 rund 61,1% zur gesamten Nettowertschöpfung aller Unternehmen bei (einschliesslich Land-, Forstwirtschaft & Fischerei).

Es geht klar hervor, dass die KMU im Aggregat die wichtigsten Einkommensquelle für Haushalte sind. Private Konsumausgaben machen wiederum 51% des Bruttoinlandproduktes aus. Kurzgesagt KMU und Haushalte machen im Zusammenspiel den Grossteil der deutschen Wirtschaft aus.

Es ist daher wichtig, dass mit der Wiedereröffnung der Wirtschaft, Neugründungen gefördert und Finanzierungsoptionen für KMU erweitert werden.

Ein erster, aber auch wirkungsvoller Ansatz, ist wenn jeder von uns sein Konsumverhalten ein wenig anpasst und die kleinen Betriebe in seiner Region unterstützt: D.h. statt nur bei grossen Unternehmensketten eine Onlinebestellung aufzugeben, hilft ein sporadischer Einkauf beim Tante Emma Laden, dem lokalen Metzger und dem örtlichen Elektronikgeschäft um die Ecke. Mit den möglichen Mehrkosten kommen jedoch auch Beratung und Qualität.

Weitere Gründe sind, dass lokale Betriebe, Personal aus der Region anstellen und selbst auch häufiger lokale Einkäufe tätigen. Deshalb bleibt das Geld eher, und anders als bei den Grossbetrieben, in der Region und landet in den Taschen von anderen regionalen Betrieben oder Angestellten, statt bei den Gross-Aktionären. Ausserdem, wenn sich der örtliche Geldfluss beschleunigt, wächst auch die Wirtschaft wieder.

Mit der momentanen Einkommensunsicherheit, ist es jedoch klar, dass viele den Gürtel eher enger schnallen werden. Das ist nachvollziehbar und auch vernünftig, wenn das Ersparte knapp wird. Mit einer geringeren Nachfrage, gehen leider auch mehr Arbeitsplätze verloren, was wiederum eine noch gerningere Nachfrage bedeutet. Um dieser Todesspirale zu entgehen, brauchen wir dich! Du kannst ein Zeichen setzen, indem Du durch dein Konsumverhalten, die Wichtigkeit der KMU unterstreichst. Dein Beitrag zur lokalen Wirtschaft macht den Unterschied, wie schnell wir die Krise gemeinsam überwinden.

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